Über uns

Die Initiative

“Platz für Wien” ist eine ehrenamtliche zivilgesellschaftliche Initiative fern von Parteipolitik, die von engagierten Bürger*innen ausgeht und von NGOs wie Radlobby Wien und Geht doch Wien mitgetragen wird. Beraten wird die Initiative u.a. von Expert*innen der Universitäten TU Wien und BOKU Wien. Der Großteil der Arbeit erfolgt ehrenamtlich unter der Mitwirkung von mehr als 50 Personen. Die Finanzierung wird über Spenden sichergestellt.

Unsere Sprecher*innen

  • Barbara Laa

    Sprecherin - Thema Multimodalität

    „Die Wissenschaft hat gezeigt, dass auch im Stadtverkehr einschneidende Maßnahmen gesetzt werden müssen, um die Klimaziele zu erreichen. Die Zeit drängt, wir müssen etwas tun! Wir haben dabei die Chance, unsere Stadt besser zu gestalten.“

  • Veronika Wirth

    Sprecherin - Thema Fußververkehr

    „Ich engagiere mich bei Platz für Wien, weil die Maßnahmen in der Wiener Verkehrspolitik viel zu
    langsam gehen. Die Klima-Uhr steht auf 5 vor 12!“

  • Ulrich Leth

    Sprecher - Thema Sicherheit

    „Gerade als Verkehrsplaner ist mir bewusst, welche Maßnahmen zur Steigerung aktiver,
    umweltfreundlicher Mobilität notwendig wären – und dass sie noch nicht umgesetzt werden“

FAQs

Fragen und Antworten

Warum habt ihr Platz für Wien gestartet?

Die Stadt Wien hat seit langem gute Absichten, schöne Masterpläne und interessante Fachkonzepte. Aber draußen auf der Straße ändert sich wenig. Der politische Wille für echten Klimaschutz und wirksame Verkehrswende ist nicht merkbar.

Die Bewältigung der Klimakrise braucht größere Schritte und mehr Entschlossenheit. Die Lösungen sind bekannt, jetzt muss ihnen der nötige Platz eingeräumt werden. Wir brauchen Platz, damit alle von jung bis alt sicher und bequem zu Fuß gehen und Radfahren können. Wir brauchen Platz, damit Grün und Aufenthaltsqualität auf unseren Straßen entstehen kann.

Auch wir persönlich waren enttäuscht, dass wichtige Schritte nicht passieren. Deshalb haben wir uns zur ehrenamtlichen zivilgesellschaftlichen Initiative “Platz für Wien” zusammengeschlossen. Im Wahlkampf zur Wienwahl haben über 56.650 Menschen unsere 18 Forderungen unterzeichnet und so ein starkes Zeichen für eine flächengerechte, kindgerechte und klimagerechte Stadt gesetzt. Die neue Wiener Landesregierung muss das ernst nehmen und die Probleme endlich angehen!

Unsere Initiative steht keiner Partei nahe, sondern setzt sich aus unterschiedlichen Menschen zusammen, denen Zufußgehen, Radfahren und attraktive öffentliche Räume ein wichtiges Anliegen sind. Wir finanzieren uns ausschließlich über Spenden und werden von der ehrenamtlichen Mitarbeit unserer Mitglieder getragen.

Woher kommen eure Forderungen?

Wir haben in einem intensiven Prozess der Analyse und Meinungsbildung in den Gremien der Initiative, unter Fachberatung von Expert*innen der Universitäten TU Wien und BOKU Wien, sechs Monate an den Forderungen und unserem Auftritt gearbeitet. NGOs wie Radlobby Wien und Geht-doch.Wien waren beteiligt. Die Forderungen sollen den Bedürfnissen aller Altersgruppen entsprechen, mehr sicheren Platz zur Fortbewegung in Wien vorzufinden.

Dem Autoverkehr steht in Wien laut allen Daten zu viel Platz zu. Der Öffentliche Verkehr ist bereits sehr leistungsfähig, mit ausreichend Budget für den Ausbau ausgestattet und zählt zu den besten Europas. Daher haben wir uns dem Gehen und Radfahren im Klima-Kontext angenommen, denn diese beiden Verkehrsformen werden von der Politik platzmäßig und budgetär vernachlässigt und gegeneinander ausgespielt.

Wie kann ich euch unterstützen?

Das kann auf verschiedenste Weise passieren. Unsere große Unterschriften-Sammelphase ist beendet. Derzeit kannst du uns am einfachsten unterstützen, indem du uns auf Social Media Kanälen folgst (Facebook, Instagram, Twitter) und mit unseren Postings interagierst und sie teilst. Um informiert zu bleiben kannst du außerdem unseren Newsletter abonnieren.  Du kannst bei unseren Aktionen mitmachen und Wiener Politiker*innen direkt per E-Mail oder Social Media mitteilen, dass du unsere Forderungen gut findest. Und du kannst uns finanziell mit einer Spende helfen. Am besten, du machst das alles!

Wer soll eure Forderungen umsetzen?

Wir richten uns an die Wiener Stadtregierung, den Gemeinderat und die Bezirksvertretungen. Insbesondere an die derzeitigen amtsführenden Stadträt*innen für Innovation, Stadtplanung und Mobilität (Ulli Sima) und für Klima, Umwelt, Demokratie und Personal (Jürgen Czernohorzsky). Siee sind für die Gestaltung unserer Straßen, Klima-Themen und Petitionen zuständig. Der Gemeinderat bestimmt über die zugrunde liegenden Gesetze und Maßnahmen auf Landesebene.

Die Zuständigkeitsstruktur der Stadtpolitik sieht bei den Bezirksvertretungen und den Bezirksvorsteher*innen wichtige Entscheidungsmöglichkeiten vor, zum Beispiel für untergeordnete Straßen oder Radverkehrsinfrastruktur, die nicht zum Hauptradnetz gehört. Deshalb richten wir uns auch an sie. Sowohl Gemeinderat als auch die 23 Bezirksvertretungen müssen jeweils in ihren Zuständigkeitsbereichen verbindliche Beschlüsse fassen. Sie müssen alle dafür sorgen, dass genug Budget und Personal vorhanden ist, um diese Beschlüsse zügig umzusetzen.

Warum 56.650 Unterschriften?

Wir haben uns das Ziel gesetzt, bis zur Wiener Wahl am 11. Oktober die Unterstützungsstimmen in der Höhe von 5% der Wahlberechtigten für den Wiener Gemeinderat zu sammeln. Für die Wien-Wahl 2020 waren das 1.133.010 Personen, wie vom Rathaus im August verfassungsgemäß festgestellt wurde. 5% davon sind 56.650 Stimmen. Am 13.10.2020 haben wir unser Ziel erreicht – nämlich so viele Stimmen, wie ein erfolgreiches Volksbegehren gemäß Wiener Stadtverfassung brauchen würde. Ein Volksbegehren, das von Bürger*innen initiiert wurde, gab es noch nie in Wien.

Wir setzten uns dieselbe Messlatte wie ein Volksbegehren, wählten aber das Mittel der Petition über eine Online-Unterschriftenliste auf unserer Website. Dadurch konnten alle Menschen teilnehmen, die in Wien wohnen und über 16 Jahre alt sind. So schließen wir keine Menschen aus, die von der Platzverteilung auf den Wiener Straßen direkt betroffen sind.

Damit wir laut Wiener Petitionsgesetz mit unserem wichtigen Anliegen formal für den Petitionsausschuss zugelassen werden, brauchen wir nur 500 Unterschriften, die den Vorgaben des Petitionsgestzes entsprechen (Hauptwohnsitz Wien, Alter über 16). Diese Unterschriften holten wir uns nebenbei. Unser Hauptziel: 56.650. Das haben wir erreicht!

Wollt ihr alle Parkplätze in Wien abschaffen?

Nein. Aber es ist auffällig, dass der öffentliche Raum an der Oberfläche in Wien sehr stark verparkt ist, während zahlreiche Parkhausplätze leer stehen – und dass dieser wertvolle Platz an der Oberfläche für breite Gehsteige, für Radwege, zum sicheren Queren oder für kühlende Begrünung besser nutzbar wäre, für alle. Übrigens sind parkende Autos auch “hervorragende” Hitzespeicher, die im Sommer zur Überhitzung in Wien beitragen. Darunter leiden auch alle. Aus all diesen Gründen ist es im Sinne der Allgemeinheit, offen und sachlich über die nötige Umverteilung des Verkehrsraums zu sprechen.

Im September 2020 haben wir daher den Flächenbedarf für jene fünf PlatzFürWien-Forderungen, die die SP Wien übernommen hat, sowie für die SP-Versprechen für Baumpflanzungen berechnet. Denn das SP Wien Wahlprogramm 2020 hat den radelnden Wiener*innen tatsächlich ein großes Versprechen gemacht: den Radwegeanteil an der Gesamtverkehrsfläche Wiens auf 10% zu steigern! Momentan liegt er ja nur bei einem Prozent. Im Koalitionsabkommen mit den NEOS findet sich das Versprechen des 10%-Anteils ebenfalls wieder.

Insgesamt ergibt sich aus diesen Maßnahmen der Bedarf, innerhalb von 10 Jahren 137.790 bis 184.680 Stellplätze an der Oberfläche umzuverteilen, also mindestens 13.000 Parkplätze pro Jahr. Das ist auch möglich, denn in Wien stehen laut ORF bis zu 195.000 Parkplätze in Garagen frei.

Wie habt ihr die Wiener Wahl beeinflusst?

Vor der Wahl mussten sich alle kandidierenden Politiker*innen und Parteien zu unseren Forderungen positionieren müssen. Unter den Augen der Öffentlichkeit, für die Klimaschutz und Verkehr zwei zentrale Themen sind. Die Corona-Krise wird überwunden werden, die Klima-Krise nimmt weiter zu. Wie sich Politiker*innen zu unseren Forderungen und dem Gesamtthema äußern, wird auch in Zukunft über ihre Wählbarkeit für große Bevölkerungsgruppen bestimmen.

Nach der Wahl schauen wir der neuen Stadtregierung, dem Gemeinderat und den Bezirksvertretungen nun gut auf die Finger. Wir haben gezeigt, dass wir genug Unterstützer*innen für ein Volksbegehren haben. Es müssen dann bald echte Beschlüsse folgen – Absichtserklärungen in der Koalitionsvereinbarung sind uns nicht genug!

Was kosten eure Forderungen?

Nach einer groben Kalkulation schätzen wir, dass das erforderliche Budget für die Maßnahmen etwa 100 Mio. €/Jahr von 2021 bis 2030, also insgesamt 1 Mrd. €, beträgt. Auf die Wiener Bevölkerung verteilt sind das ca. 53 €/Person/Jahr. Wir sind zuversichtlich, dass dies umsetzbar ist und im Sinne der Corona-Krisenbewältigung nachhaltig eingesetztes Budget ist, das Arbeitsplätze schafft und Klimaschutz sicherstellt.

Ähnliche Initiativen der Bevölkerung in Berlin und München waren sehr erfolgreich und konnten bereits politische Beschlüsse erwirken.Verglichen mit anderen ambitionierten Städten befinden sich unsere Forderungen auch in einem ähnlichen Rahmen. In den Niederlanden werden etwa 30 €/Person/Jahr nur für Maßnahmen im Radverkehr ausgegeben und das schon seit mehr als 40 Jahren. Manchester plant in Zukunft ein Budget von ca. 57 €/Person/Jahr für den Fuß- und Radverkehr. Und auch die Pariser Bürgermeisterin kündigte im letzten Wahlkampf Ausgaben von 26 €/Person/Jahr nur für das Radfahren an.

Investitionen in Geh- und Radinfrastruktur bringen auch einen wirtschaftlichen Nutzen für die Stadt. Dieser wurde bereits in einigen Studien nachgewiesen: im Mittel beträgt der wirtschaftliche Nutzen demnach 13 € für jeden investierten 1 €. Dieser Effekt entsteht aus der Schaffung von Arbeitsplätzen, erhöhten Umsätzen der anliegenden Betriebe und somit Steuereinnahmen sowie Einsparungen im Gesundheitsbereich.

Zum Vergleich: die Wiener Linien bekommen pro Jahr über 330 Mio € als Betriebskostenzuschuss und zusätzlich 170 Mio € für „Verkehrsinfrastruktur“ – also für Gleisneubauten, Wartung der Schienen, Erneuerung der Fahrleitungen, Signalanlagen, Bahnhöfe, Anschaffung neuer Fahrzeuge, etc.

Platz für Wien